| Herzlich willkommen auf der Internetpräsentation des
IFB Verlags. Der IFB Verlag Deutsche Sprache GmbH ist der Fachverlag mit den beiden Themenschwerpunkten "Sprachkultur" und "Betriebslinguistik". Auf den folgenden Seiten finden Sie Bücher und Veröffentlichungen zu diesen beiden Themengebieten. Schauen Sie sich in aller Ruhe um und stöbern Sie in unserem Angebot. Bei Bestellungen, Fragen oder Anregungen setzen Sie sich auf der Kontaktseite mit uns in Verbindung. Ihre Myriam
Grobe |
Griechische Botschaft Berlin:
|
Aus den Sprachnachrichten:
|
Gerd Schrammen auf Lesereise
In 10 Jahren hat er rund 130 Vorträge über die deutsche Sprache gehalten. In Südamerika, am Fuß des Kaukasus, am Rande der Karpaten, in Paris, Madrid und Berlin, an Rhein und Donau, an der Pleiße und an der Pader. Zurzeit ist Gerd Schrammen in Deutschland unterwegs und liest aus seinem Buch "Ich spreche gern Deutsch". Er trägt die Kapitel mit den großen Argumenten des VDS vor. In denen der Widerstand steckt gegen die Umgestaltung der deutschen Sprache zum häßlichen Denglisch und gegen die zunehmende Verdrängung des Deutschen aus wichtigen Lebensbereichen. Vieles ist bekannt. Aber alles muß wieder und wieder gesagt werden. Schrammen begründet das in seinem Vorwort mit einem Ausspruch des französischen Schriftstellers André Gide. Und mit einem Zitat von Goethe. „Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum immer wieder gepredigt wird“, hat er gesagt. Den Zuhörern, mal 12 in Tostedt bei Hamburg, mal 65 in einem Schloß bei Schwerin, wird es nicht schaden, wenn sie etwas erfahren, was sie eigentlich wissen. So kommt der Schuster Wilhelm Voigt aus dem Hauptmann von Köpenick zu Wort: „Da hat der Mensch seine Muttersprache, und wenn er nischt hat, hat er die immer noch“. Ähnlich, aber mit mehr Pathos, bekennt sich der Wissenschaftler und Magier Johann Heinrich Faust in Goethes berühmtem Werk zur deutschen Sprache. In der Szene „Studierstube“ schickt er sich an, die Bibel „in (sein) geliebtes Deutsch zu übertragen“. Gerd Schrammen entlarvt die erbärmlichen – und schlichtweg falschen! - Argumente der Abwiegler, die auf Lehrstühlen sitzen und denen die Liebe zur eigenen Sprache fehlt. Sie haben taube Ohren für die Empörung von zwei Drittel der Deutschen, die Denglisch nicht wollen. Aber sein Buch enthält auch vielfaches Lob der deutschen Sprache, vom 16. Jahrhundert bis heute. Oft kommt es von Ausländern. Schnullerenglisch und Fachunterricht in der Fremdsprache werden entzaubert. Und die Sprachverderber, die es mit ihrer Flucht aus der eigenen Sprache zu nationaler Bekanntheit gebracht haben wie die Deutsche Bahn oder die christlichen Kirchen, werden vorgeführt. In kleinen Satiren, die Heiterkeit hervorrufen. Gerd Schrammen läßt keinen Zweifel daran aufkommen, daß er diese deutsche Sprache liebt, auch ihre Dialekte. Eine kleine Geschichte in Plattdeutsch über einen Mann, der den Arzt belehrt, daß er quicklebendig ist, obwohl dieser ihn für tot erklärt, ruft Lachstürme hervor. Wenn er Berlinisch oder Österreichisch spricht, klingt das ziemlich echt. Die Besucher halten eine Stunde durch und hören aufmerksam zu. Das ist gut für die deutsche Sprache und den VDS. In den meist lebhaften Diskussionen überwiegt die Zustimmung. Törichte Argumente wie die Klischees vom Leben der Sprache, von den Zwängen der Globalisierung oder von der Notwendigkeit ausgedehnter Englischkenntnisse haben keine Chance. So unterwegs zu sein ist nicht immer gemütlich. Aber das ist nicht der Rede wert. Bei einem Ehepaar im Westen ist Gerd Schrammen verwöhnter Gast. Oder er übernachtet in einem Schloß mit einer stillen Parklandschaft drumherum, in der alte und seltene Bäume stehen, und denkt, er würde gern länger bleiben. Manchmal ist die Reise gar zu lang, das Hotelzimmer eisig kalt oder die Leselampe schwach und der Text nur mühsam zu erkennen. Das sind Unbequemlichkeiten, die ein Autor auf sich nimmt, der für sein Buch und den VDS wirbt und der dabei der deutschen Sprache dienen will. Demnächst liest Gerd Schrammen in Hamburg, Regensburg, Landshut und Jena. Er freut sich darauf. Ich spreche gern Deutsch - Über die mißhandelte Muttersprache Gerd Schrammen 3. Auflage 2010, 281 Seiten, 14,20 Euro |
Die nächsten Termine:
|
Buchbesprechung auf www.belletristiktipps.de : Kurt Gawlitta: „Ausbruch“
Wenn etwas zum Ausbruch kommt, dann passiert etwas. Gefühle brechen aus, Vulkane brechen aus. Wenn man aus seinem Alltag oder aus den gewohnten Bahnen der Konventionen seiner Umwelt ausbricht, passiert ebenfalls etwas. Gawlittas neuer Roman spielt mit diesen Bedeutungen und lässt seine Protagonisten aufeinander los. Silvia Falk, auf Italienisch Silvia Falcone, was zweifellos besser klingt, ist von Deutschland, von ihren Freunden und ihrem Leben enttäuscht. Da kommt ihr das Angebot einer Gastprofessur im Ausland ganz gelegen. Sie beschließt, in Italien, genauer in Neapel, einen Neuanfang zu wagen. Dort lernt sie den Vulkanologen Giorgio Casella kennen. Aus den beiden wird ein Paar. Silvia fühlt sich zu dem verschlossenen Mann hingezogen. Aber er verhält sich seltsam. Casella ist überzeugt, der Vulkan breche in Kürze aus. Der Leiter seines Observatoriums jedoch folgt seiner Prognose nicht. Giorgio Casella ist ein Einzelgänger. Silvia weiß nicht genau, woran sie ist, und zweifelt an ihrer Liebe. Wir schreiben das Jahr 2012, und der Vesuv gefällt dem Vulkanologen gar nicht. Kurz gesagt und vorsichtig ausgedrückt: Die Messungen deuten darauf hin, dass ein Ausbruch des Vulkans in der nächsten Zeit möglich ist. Doch der Chef des Observatoriums ignoriert Casellas Berichte einfach. Dann verlässt Giorgio ohne Ankündigung die Stadt. Von Wien aus wendet er sich an die Presse seiner Heimatstadt und informiert sie über die schwebende Gefahr. Später kehrt er wieder nach Neapel zurück, meidet aber den Kontakt mit Silvia. Er verhält sich noch seltsamer. Andeutungen am Telefon versetzen sie in Angst. Sie fürchtet um sein Leben. So steigert sich die Handlung dieser schönen und flüssig geschriebenen Geschichte zum Ende hin, die Spannung – oder besser: der Druck – steigt, bis am Schluss dann… – doch das soll hier nicht verraten werden. Der Ende 2007 erschienene Roman von Kurt Gawlitta spielt vor dem Hintergrund des brodelnden Lebens der süditalienischen Großstadt, in der die Folgen der Globalisierung viele Menschen in Not stürzen. Der Autor arbeitet Fakten und Hintergründe unterhaltsam auf, so dass der Leser dem anspruchsvollen Stoff leicht folgen kann. Es gibt zwar durchaus einige Berührungsflächen mit seinem vorigen Roman „Der verkaufte Mund“ (2004), es handelt sich bei „Ausbruch“ allerdings um eine durchaus eigenständige Erzählung. Das Buch ist im kleinen IFB-Verlag erschienen. Wenn ein Buch von einem kleinen Verlag heraus gebracht wird, ist dies kein Nachteil. Im Gegenteil. Der Kontakt zum Autor ist in der Regel viel enger als bei einem großen Verlag, und die Wünsche des Autors können besser berücksichtigt werden. Allerdings ist das Schriftbild doch etwa altbacken und erinnert an das vergangene Jahrhundert. Aber dies tut der Geschichte vom „Ausbruch“ keinen Abbruch. Gawlitta schreibt intelligent und unterhaltsam. Eine schöne Lektüre über eine süditalienische Szenerie – genau das Richtige für die kühlen und grauen Wintertage in unseren nördlichen Breiten. Kurt Gawlitta: Ausbruch2007, 380 Seiten, 12,50 Euro |
© IFB Verlag Deutsche Sprache GmbH 2010